Vizemeister SCTWV Achensee will Sieg im Heimrevier

(c) SCTWV Achensee

In Sachen Österreichische - Bundesliga ist er ein unbeschriebenes Blatt – der Tiroler Achensee. Das ändert sich kommendes Wochenende. Von Freitag bis inkl. Sonntag sind Österreichs 18 Top-Segelvereine zu Gast, um sich beim vorletzten Tourstopp der Saison 2017 die bestmöglichste Position fürs Finale zu sichern. 

Vorentscheidung möglich

Die Ausgangslagefür für die Achensee –  Premiere der Österreichischen Segel-Bundesliga könnte dramatischer nicht sein. An der Spitze liegt der Burgenländische Yacht Club, allerdings nur mit einem Punkt Vorsprung und damit alles andere als auf der sicheren Seite.

So sieht es auch Michael Meister, Skipper beim SCTWV Achensee, Vizemeister aus 2016 und diesmal als Gastgeberverein in einer Doppelrolle: „Die Ausgangssituation ist sehr, sehr spannenden. Alle Teams zwischen erster und fünfter Position sind in der Lage, hier am Achensee zu gewinnen. Die muss man alle am Radar haben. Für die Top 3, und das schließt uns ein, kann es die entscheidende Regatta sein.“

Von einem echten Heimvorteil will der Tiroler nicht sprechen: „Natürlich wollen wir hier das Heimevent gewinnen. Aber uns ist klar – das wird schwieriger denn je! Wir können aber zumindest auf die Unterstützung durch den Club, die Familie und Freunde rechnen und wir segeln in unserer vertrauten Umgebung.“

Abgerechnet wird zum Schluss

Als Tabellenführender reist der Burgenländische Yachtclub an den Achensee. Das Team konnte zuletzt am Neusiedlersee auf die Unterstützung durch Olympiadritten Thomas Zajac setzen. Zajac ist aktuell bei der Foiling Nacra17 EM in Kiel im Einsatz, deshalb nimmt Rene Mangold seinen Platz ein: „Wir starten am Achensee wieder in unserer klassischen Besetzung, sowie ursprünglich vorgesehen. Ich weiß, dass ich jetzt in große Fußstapfen trete. Aber Druck verspüren wir keinen, das hat auch mit unserer Erfahrung und unserem Alter zu tun.“

Angesprochen auf die Konkurrenz, zeigt man sich realistisch: „Die Luft an der Spitze ist sehr, sehr dünn. Jeder noch so kleine Fehler wird bestraft. Und wie sich schon mehrmals gezeigt hat – bis zum letzten Rennen ist alles drin. Am Achensee ist windtechnisch alles möglich und es wird sicher schwierig, sich darauf einzustellen. Grundsätzlich sind die Bedingungen für alle gleich. Unseren Verfolgern traue ich alles zu. Der Union Yacht Club Wolfgangsee hat bis jetzt mit konstanter Leistung überzeugt. Für das starke Team vom SCTWV Achensee sehe ich einen kleinen Heimvorteil -  aber nur insofern, als dass sie in ihrem gewohnten Revier segeln.“

In einer klaren Favoritenrolle will sich Rene Mangold mit seinem Team vom Burgenländischen Yacht Club trotz Tabellenführung nicht fühlen: „Wir sind dankbar, dass es bis jetzt so gut geklappt hat. Viele Teams haben stark begonnen und dann mit nur einem Fehler den Anschluss verloren. Dieses Schicksal kann jeden treffen. Abgerechnet wird erst ganz am Schluss und wir werden unser Bestes geben. Denn natürlich ist das Ziel zu gewinnen!“

Erfahrung und Teamwork als Stärke

Als eine der Überraschungen der Saison 2017 gilt der Union Yacht Club Wolfgangsee. Letztes Jahr im Endklassement mit Platz 9 nur im Mittelfeld zu finden, zeigte das Team rund um Skipper Michael Luschan heuer mit einem Platz 5 zum Auftakt am Wörthersee und mit dem Sieg am Neusiedlersee, dass mit ihnen klar zu rechnen sein wird.

Angesprochen auf das Erfolgsrezept, erklärt Michael Luschan: „Wir haben ein fixes Team von fünf Leuten, nur an der vordersten Position wechseln sich Ina Luschan und Tina Moser ab. Dazu trainieren wir regelmäßig und meine/ unsere Erfahrung mit großen Booten ist sicher auch nicht von Nachteil. Ich sehe unser Teamwork bei den vielen Manövern und den kurzen Wettfahrt als Vorteil, jeder muss einfach wissen, was er tut.“

Das will man nun auch am Achensee konsequent umsetzen: „Wir kommen mit der Erwartung, vorne mitzumischen und unsere Top 3 – Position in der Gesamtwertung zu halten. Am Neusiedlersee ist uns der starke Wind entgegenkommen. Der Achensee ist speziell für mich noch Neuland, ich bin dort noch nie gesegelt. Aber der Druck ist kleiner geworden, weil auch der zur Spitze Abstand geschrumpft ist. Jetzt ist alles in Reichweite.“

Die Teams haben am Freitag, 4.August, noch Trainingsmöglichkeiten im Regattarevier, bevor am frühen Nachmittag die erste Startmöglichkeit ist. Bis inklusive Sonntagnachmittag stehen je nach Windverhältnissen bis zu 45 Wettfahrten am Programm, mindestens 9 davon müssen gesegelt werden, um eine gültige Wertung zu erhalten. Der Eintritt für Zuschauer zur Segelbundesliga ist frei. Die Wettfahrten können von Land aus mit verfolgt werden.

Mit dem SAP Sailing Analytics Tool live dabei

Längst sind es nicht mehr allein Erfahrung, perfektes Material und hartes Training, die im Profi- Segelsport zum Erfolg führen. Segler müssen Analysten sein. Genau wie Führungskräfte bedienen sich auch Hochleistungssportler heutzutage neuester Computertechnologien, um ihre Leistungen zu optimieren und dadurch ihre Erfolgschancen im Wettbewerb zu erhöhen. Dies zeigen nicht zuletzt die Erfolge der Deutschen Segel-Nationalmannschaft, die seit nun mehr drei Jahren auf die innovativen Technologien von SAP Analytics setzt. Seit dem Auftakt 2015 ist das SAP Sailing Analytics Tool auch in der Österreichischen Segel-Bundesliga im Einsatz.

Die SAP Sailing Analytics ermöglichen die Auswertung von unterschiedlichen Performance- Daten der Segelteams am Wasser in Echtzeit. Mittels GPS-Positionen, Windmessern und ergänzenden Videobildern, können Bootsgeschwindigkeiten, die Qualität von Manövern und das strategisch – taktische Verhalten anschaulich dargestellt werden. Die Daten werden von den Regattabooten gesendet, die Winddaten auf dem Motorboot erfasst. Durch die Visualisierung der Segel-Performance-Daten gewinnen Segler wie Trainer faktenbasierte Einsichten, die bisher bestenfalls intuitiv erfasst werden konnten.

An Land können die Regatten von den Fans und den Teams live oder im Replay über das Internet verfolgt werden.